Altes Handwerk neu entdeckt – Nadelbinden

für Multiplikator/innen und Interessierte

Seminar-Nr.: 11509 | 23. bis 25. April 2027 | Buchbar | Anmeldung
Seminar-Nr.: 11510 | 10. bis 12. September 2027 | Buchbar | Anmeldung

Leitung: Lena Laophom
Referent/-in: Manuela aus dem Siepen
Kosten: 260,00€ inkl. U/Verpfl. zzgl. Materialkosten

Details

Nadelbinden ist eine sehr alte Textiltechnik, die weit älter ist als Stricken und Häkeln. Funde der Schlingentechnik reichen bis in die Mittelsteinzeit zurück. Ihre Blütezeit erlebte sie im Frühmittelalter (z. B. bei den Wikingern). Während die Technik in Mitteleuropa ab dem 13. Jahrhundert durch die Erfindung des Strickens fast vollständig verdrängt wurde, blieb sie in Skandinavien bis heute in ländlichen Regionen erhalten.
Weil beim Nadelbinden nur mit kurzen Fäden gearbeitet wird, die nicht gesponnen sein müssen, erlaubte diese Technik die Herstellung von Textilien auch in solchen Kulturen, die das Spinnen noch nicht kannten. Nadelgebundene Textilien waren zeitweilig in nahezu allen Kulturen der Welt verbreitet.
Beim Nadelbinden wird mit einer stumpfen Öhrnadel (aus Holz, Knochen oder Horn) ein meist kurzer Wollfaden in sich selbst verschlungen. Er kann bei Bedarf – Faden für Faden – in dem Rhythmus vorbereitet werden, in dem er verbraucht wird.
Je nach Stichvariante, Garn und individueller Arbeitsweise entstehen beim Nadelbinden unterschiedlich dichte Textilien wie z. B. Socken oder Mützen, die extrem fest, elastisch und langlebig sind.
Im 21. Jahrhundert hat die Technik – im Anschluss an textilhistorische Forschungsarbeiten – durch die sozialen Medien neues Interesse und neue Verbreitung gefunden.